Neues zum Nickel-Eisen-Akkumulator

So, es ist Zeit etwas Neues zum Nickel-Eisen-Akku zu berichten:

Im ersten Artikel über den NiFe-Akku, der durchwegs kritisch war, weil er doch einige Idealvorstellungen zu diesem Akkutyp hinterfragt hat, wurde mein Meinungsbild von damals wiedergespiegelt. In der Zwischenzeit hat sich gottlob etwas getan.

Eine schon vor langem angekündigte Testanlage mit NiFe-Akkus wird, wenn alles gut geht, demnächst (2015) errichtet und ich freue mich schon darauf, das Ganze direkt verfolgen zu können. Es wird sich um eine 5kW-Anlage handeln.

1) Etwas ganz Wichtiges zu Beginn. Den NiFe-Akku gibt es nicht nur in Russland und in China zu kaufen, sondern es gibt auch gute Produktionsstätten in der „weiteren Nähe“. Das ist für alle interessant, die mit dem Gedanken spielen einen solchen Akku für zB. die eigene Hausstromversorgung zu kaufen. Mit der Firma Kursk in Russland ist es momentan sowieso recht schwierig geschäftlich in Verbindung zu treten.

2) Die Lebensdauer eines Nickel-Eisen-Akkus ist heutzutage nicht so hoch, wie es immer behauptet wird. Der moderne NiFe-Akku hält ungefähr 20-25 Jahre, also der ist von 50-100 Jahren weit entfernt. Das Material eines heutigen NiFe-Akkus ist so abgestimmt, dass er diese 20-25 Jahre OHNE Elektrolytwechsel hält. Außerdem haben diese Akkus verschiedenfärbige LEDs eingebaut, die dem Hausbesitzer bequem anzeigen, ob der Elektrolytstand in Ordnung ist oder ob Wasser nachgefüllt werden muss.

3) Die Zyklenanzahl eines modernen NiFe-Akkus, also wie oft geladen und wieder entladen werden kann, ist ungefähr doppelt so hoch als bei einem gleichwertigen Lithium-Ionen-Akkus. Damit ist auch die Lebensdauer des NiFe doppelt so hoch als beim Lithium-Akku!

4) Und der Preis. Auch hier der Vergleich eines NiFe-Akkus mit einem vergleichbaren LiIon-Akkus. BEIDE kosten ungefähr gleich viel!

5) Ein anderer wichtiger Punkt im Vergleich zum Lithium-Akku. Die Ladeinfrastruktur ist beim NiFe-Akku sicher wesentlich billiger, weil er robuster ist und keine teuren und komplizierten Batterie Management Systeme benötigt.

Abschließend kann gesagt werden, dass der NiFe-Akku, der sicher kein „Wunderwuzi“ ist, viel besser als Energiespeicher für Hausstromversorgungen geeignet ist als ein Blei- oder Lithium-Akku, die zur Zeit hauptsächlich zum Einsatz kommen.

Der Vollständigkeit halber möchte ich aber darauf hinweisen, dass es auf jeden Fall möglich wäre einen Nickel-Eisen-Akku zu bauen, der über 50 Jahre (mit Elektrolytwechsel) funktioniert. Aber der Preis wegen des höheren Materialeinsatzes wäre so hoch, dass den wahrscheinlich nicht viele kaufen würden und außerdem ist ja die Wirtschaft auch nicht daran interessiert Produkte herzustellen, die ewig halten. Das ist trotzdem schade….

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